Du hast deine Bewerbung abgeschickt.
Kurz darauf landet eine Eingangsbestätigung in deinem Postfach. Und dann?
Für viele Bewerbende beginnt an dieser Stelle das Warten. Für unsere Recruiter:innen aus der Hypoport hub SE beginnt dagegen ein Prozess, den man von außen kaum sieht.
Gemeinsam mit Laura und Karina haben wir darüber gesprochen, was nach einer Bewerbung tatsächlich passiert, und worauf es im Recruiting wirklich ankommt.
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Der erste Schritt: Was passiert direkt nach deiner Bewerbung?
Sobald deine Bewerbung eingeht, landet sie bei der zuständigen Recruiter:in. Im Talent Acquisition-Team gibt es dabei unterschiedliche Schwerpunkte: Laura begleitet z.B. vor allem Tech-Rollen, Karina hauptsächlich Positionen außerhalb des Tech-Umfelds.
Die erste Aufgabe ist das sogenannte Screening. Dabei wird nicht einfach nur der Lebenslauf überflogen. Vielmehr prüfen die Recruiter:innen anhand zuvor abgestimmter Kriterien, ob die Erfahrungen und Erwartungen grundsätzlich zur ausgeschriebenen Rolle passen.
„Wir wissen, dass Warten für Bewerbende oft der unangenehmste Teil ist. Deshalb schauen wir uns Bewerbungen möglichst zeitnah an.“, erklärt Laura.
Passt das Profil grundsätzlich, folgt in der Regel ein erster gemeinsamer Austausch.
Der erste Austausch: Hintergründe statt Buzz Words
Im ersten Austausch geht es darum, den Menschen hinter dem Lebenslauf kennenzulernen.
Natürlich sprechen wir über bisherige Erfahrungen und fachliche Themen. Gleichzeitig interessieren uns Fragen wie:
- Was motiviert jemanden zu einem Wechsel?
- Was wird für die nächste Rolle gesucht?
- Welche Erwartungen gibt es an die Zusammenarbeit?
„Oft zeigt sich hier bereits, ob die gegenseitigen Vorstellungen zusammenpassen könnten.“, sagt Karina.
Denn eine Bewerbung besteht nicht nur aus Qualifikationen. Sie erzählt immer auch etwas über persönliche Ziele und Beweggründe.
Das virtuelle Fachgespräch: Mehr Perspektiven für beide Seiten
Wenn beide Seiten den Eindruck haben, dass es passen könnte, folgt das virtuelle Gespräch mit dem Fachbereich.
Hier wird die Rolle noch detaillierter und aus Sicht des Fachbereichs vorgestellt. Gleichzeitig haben Talente die Möglichkeit, zukünftige Kolleg:innen oder Führungskräfte kennenzulernen und ein besseres Gefühl für die Aufgabe zu entwickeln.
Ein Teil dieses Schrittes ist bei vielen Positionen auch die Möglichkeit, ein Persönlichkeitsprofil nach LINC über einen Online-Fragebogen zu erstellen. Dieses Profil gibt Aufschluss über deine Verhaltenspräferenzen, Kompetenzen und deine wichtigsten Motivatoren.
Dein Insights-Profil stellen wir dir zur weiteren Verwendung zur Verfügung und besprechen einzelne Punkte gemeinsam im Rahmen des zweiten Gesprächs. Analyse und Ergebnis bilden eine ergänzende Perspektive, jedoch keine Entscheidungsbasis für oder gegen ein Talent.
Wie Entscheidungen tatsächlich entstehen
Viele Menschen stellen sich vor, dass nach einem Interview eine einzelne Person entscheidet.
In der Praxis steckt deutlich mehr Abstimmung dahinter.
Nach jedem Prozessschritt findet eine Feedbackrunde statt. Recruiting, Hiring Manager:innen und weitere Beteiligte tauschen ihre Eindrücke aus und diskutieren Beobachtungen.
„Manchmal sehen verschiedene Personen unterschiedliche Dinge. Genau deshalb sind diese Gespräche so wichtig.“, erklärt Laura.
Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell zu entscheiden, sondern möglichst fundiert.
Wenn du noch mehr über unseren Bewerbungsprozess wissen möchtest, findest du hier weitere Infos.
Worauf achten Recruiterinnen wirklich?
Überraschenderweise nicht nur auf den perfekten Lebenslauf.
„Natürlich spielen Erfahrungen und Kompetenzen eine wichtige Rolle. Aber wir schauen immer auf das Gesamtbild.“, sagt Karina.
Besonders positiv fallen häufig Talente auf, die:
- ihre Motivation klar erklären können,
- offen über ihre Erfahrungen sprechen,
- gute Vorbereitung auf das Gespräch
- reflektiert mit Herausforderungen umgehen.
Gleichzeitig erleben Laura und Karina immer wieder Missverständnisse oder Mythen:
Brauche ich ein perfektes Anschreiben? Muss mein Lebenslauf lückenlos sein? Kommt das Bewerbungsfoto gut an? Sollte ich lieber verschweigen, dass ich noch andere Bewerbungen laufen habe? Erfülle ich überhaupt alle Anforderungen der Rollenbeschreibung?
Laura und Karina erleben solche Fragen regelmäßig. Die gute Nachricht: Viele Dinge, über die sich Bewerbende Gedanken machen, spielen in der Praxis eine deutlich kleinere Rolle, als vermutet:
„Eine Stellenanzeige beschreibt das Idealbild. Die wenigsten Menschen bringen wirklich alles mit und das ist auch völlig in Ordnung.“ – Karina
„Wenn wir uns zwischen einem guten Lebenslauf und einem perfekten Anschreiben entscheiden müssten, würden wir immer den Lebenslauf wählen“, sagt Laura.
Ein weiterer Klassiker: das Bewerbungsfoto.
Viele Talente investieren viel Zeit in die Frage, welches Bild sie verwenden sollten.
„Wir bewerten keine Bewerbungsfotos“, sagt Karina. „Ich schaue weder auf’s Foto, noch auf das Geburtsdatum. Wenn das Foto nicht gerade wirklich auf Seite Eins riesengroß ist und dir ins Gesicht springt, scrolle ich sofort runter und gehe zum Lebenslauf.“
Gleiches gilt für Informationen wie das Geburtsdatum, den Familienstand oder andere persönliche Angaben.
Was zählt, sind Kompetenzen, Erfahrungen, Motivation und die Frage, ob die gegenseitigen Erwartungen zusammenpassen.
Und nein: Der Beruf deiner Eltern gehört ebenfalls nicht zu unseren Entscheidungskriterien 😉
Perfekt ist selten die Realität
Viele Bewerbende haben das Gefühl, sie müssten jede einzelne Anforderung einer Stellenanzeige erfüllen.
„Wenn wir ehrlich sind, würde wahrscheinlich niemand eingestellt werden, wenn wir immer nach dem perfekten Profil suchen würden“, sagt Laura mit einem Lächeln.
Stellenanzeigen beschreiben häufig das Wunschprofil. Entscheidend ist jedoch das Gesamtbild.
Deshalb schauen unsere Recruiterinnen nicht nur darauf, was bereits vorhanden ist, sondern auch auf Entwicklungspotenzial, Lernbereitschaft und die Motivation, sich in neue Themen einzuarbeiten.
Gleichzeitig gibt es je nach Rolle auch fachliche Voraussetzungen, die unverzichtbar sind. Wenn beispielsweise für eine Position bestimmte Qualifikationen oder Zertifizierungen, wie etwa eine § 34i-Erlaubnis in der Baufinanzierungsberatung, erforderlich sind, können wir nicht allein auf Potenzial setzen. Dort braucht es die notwendige fachliche Grundlage.
Unsere Recruiter:innen prüfen daher sowohl, ob die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind, als auch das Potenzial, das in einer Person steckt und wie gut sie zur Rolle und zum Umfeld passt.
Transparenz funktioniert in beide Richtungen
Ein Punkt ist Laura und Karina besonders wichtig: Offenheit.
Viele Talente sind unsicher, ob sie erwähnen sollten, dass sie sich parallel noch bei anderen Unternehmen beworben haben.
Die Antwort beider Recruiterinnen ist eindeutig:
„Natürlich dürft ihr uns sagen, dass ihr noch in anderen Bewerbungsprozessen seid. Ehrlich gesagt gehen wir meistens ohnehin davon aus.“
Schließlich ist ein Bewerbungsprozess kein exklusives Kennenlernen. Genauso wie Unternehmen mehrere Talente kennenlernen, schauen sich auch Talente unterschiedliche Optionen an. Das ist völlig normal. Viel wichtiger ist, offen darüber zu sprechen. Wenn beispielsweise bereits ein anderes Angebot vorliegt oder eine Entscheidung zeitnah getroffen werden muss, hilft diese Information beiden Seiten dabei, realistische Erwartungen zu haben und den Prozess entsprechend zu gestalten.
Was unseren Recruitingprozess ausmacht
Auf die Frage, was den Prozess für sie besonders macht, nennen beide vor allem Transparenz, die Schnelligkeit und die festen Ansprechpartner:innen, die die Talente durch das Recruiting aus der Hypoport hub SE für das Netzwerk haben.
Talente sollen jederzeit wissen, wo sie im Prozess stehen und was als Nächstes passiert.
„Hinter jeder Bewerbung steckt ein Mensch, der Zeit investiert hat. Das behalten wir bei jeder Entscheidung im Hinterkopf.“ – vor allem auch in Bezug auf Absagen.
Zudem sitzen bei uns echte Menschen, die sich nach wie vor Zeit für deine Bewerbung nehmen. Wir arbeiten nicht nur mit KI, die uns Bewerbungen vorsortiert oder anhand von Schlagwörtern aussortiert.
„Wir arbeiten total gerne mit KI und nutzen das auch, aber gerade weil wir ein komplexes Netzwerk sind, ist es so wichtig, dass da ein Mensch sitzt, der sich dennoch mit der Bewerbung beschäftigt.“ – Laura.
Eine Sache möchten Laura und Karina Talenten mitgeben:
Bewirb dich, wenn du Interesse an der Rolle hast. Nicht erst dann, wenn du glaubst, jede Anforderung zu hundert Prozent zu erfüllen.
Denn am Ende geht es im Recruiting nicht darum, einen perfekten Lebenslauf zu finden.
Es geht darum herauszufinden, ob Menschen, Aufgaben und Erwartungen langfristig zusammenpassen. Genau deshalb passiert nach deiner Bewerbung oft viel mehr, als man von außen sehen kann.
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