Wie schaffen wir Raum für konzentriertes Arbeiten, wenn die Kalender immer voller werden? Die mutige Antwort bei unserem Netzwerkunternehmen Dr. Klein Ratenkredit GmbH: der meetingfreie Mittwoch. Hier verraten Irmgard Schaffarz und Melanie Hinrichs, was andere Teams vom inzwischen etablierten Testlauf lernen können.

 

Viele kennen es nur zu gut: Der Kalender ist voll, zwischen Meetings bleiben nur kleine Zeitfenster und manche Aufgaben wandern Woche für Woche mit. Gleichzeitig erleben auch wir bei der Dr. Klein Ratenkredit GmbH, wie KI und Automatisierung viele Prozesse beschleunigen. Deshalb beschäftigte uns die Frage: Wie schaffen wir wieder mehr Raum für konzentriertes Arbeiten?

 

Geschäftsführerin Irmgard blickt zurück:

 

Der erste Versuch war gescheitert

„Eigentlich hatten wir das Thema schon vor zwei Jahren auf dem Tisch“, erinnert sich Melanie, Projektmanagerin für Qualität und Prozesse. Damals gab es bereits einen meetingfreien Tag – allerdings nur als Empfehlung an unsere Teams. Das Ergebnis damals: Die Idee kam erstmal gut an, doch die Umsetzung gelang nicht nachhaltig. Im Alltag gewannen die Termine meist doch wieder die Oberhand.

Als wir das Thema Anfang 2026 erneut diskutierten, war deshalb schnell klar: Wenn wir es noch einmal versuchen, dann verbindlich. Mit klaren Spielregeln und wenigen Ausnahmen.

 

Warum ausgerechnet Mittwoch?

Diese Frage haben wir tatsächlich länger diskutiert. Warum nicht Montag? Warum nicht Freitag?

Mittwochs passt zudem gut zu unseren Arbeitsabläufen. Viele Banken haben an diesem Tag verkürzte Öffnungszeiten oder sind teilweise geschlossen. Die Entscheidung war also sowohl kulturell als auch praktisch motiviert.

 

Fokuszeit entsteht nicht von allein: Spielregeln setzen und als Beispiel vorangehen  

Mit der Entscheidung für den Mittwoch war es allerdings nicht getan. Uns war wichtig, dass ein meetingfreier Tag nicht einfach bedeutet, Termine auf andere Wochentage zu verschieben.

Deshalb haben wir gleichzeitig unsere Meeting-Kultur hinterfragt:

      • Muss dieses Meeting wirklich stattfinden?
      • Wer muss tatsächlich teilnehmen?
      • Reicht vielleicht ein kurzer asynchroner Austausch?
      • Sind Dauer und Teilnahmekreis angemessen?

 

   

 

Nach Skepsis und Neugier: Vom Experiment zur Routine

Ende Februar war es schließlich so weit und nach dem Startschuss begann die erste Woche mit der fokussierten Mitte.
Im Sommer 2026, rund fünf Monate später, wollten wir Bilanz ziehen und befragten 28 Mitarbeitenden zum meetingfreien Mittwoch. 19 Kolleg:innen antworteten und zeigen ein ziemlich klares Bild.

 

Anfangs gab es Bedenken:

Gleichzeitig war die Sehnsucht nach mehr Fokus spürbar:

Heute berichten viele Kolleg:innen von genau diesen Effekten:

 

Was als Testlauf begann, ist inzwischen also zur geschätzten und verteidigten Routine geworden.

 

Unsere wichtigste Erkenntnis: Fokus braucht Raum

Natürlich hat der Fokus-Tag nicht jedes Problem gelöst. Ja, ein Teil der Termine wandert auf andere Tage. Externe Partner passen nicht immer ins Modell. Und nein, nicht jede Rolle benötigt dieselbe Form von Fokuszeit.
Vielleicht die größte Überraschung: Die befürchteten negativen Auswirkungen auf die Zusammenarbeit sind weitgehend ausgeblieben. Stattdessen werden Abstimmungen heute bewusster geplant und viele Teams hinterfragen genauer, welche Meetings tatsächlich notwendig sind.

Unser wichtigstes Learning der vergangenen Monate ist deshalb das Besinnen auf die individuellen Bedürfnisse. Die spannende Frage sollte also eher lauten: Fokus braucht Raum, doch welche Form von Fokuszeit braucht euer Team?

         

Fokus-Tag im eigenen Team ausprobieren?

Diese Checkliste kann euch helfen:

Was denkt ihr: Wäre ein Experiment wie der Fokus-Tag für euch möglich?

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