Stell dir vor, du bist 22. Frisch eingestellt als Assistent der Geschäftsführung. Und du schlägst deinen Chefs vor, das komplette Geschäftsmodell umzukrempeln – mit etwas, das gerade erst erfunden wurde. Man nennt es: das Internet.
Genau das ist vor 30 Jahren bei Dr. Klein in Lübeck passiert. Der junge Mann hieß Ronald Slabke. Und ohne diesen Moment gäbe es Hypoport heute nicht.
Zwei Ideen, eine Ablehnung – und trotzdem weitergemacht
Mitte der 90er war Dr. Klein ein traditionsreiches Finanzierungshaus mit 20 Mitarbeitenden. Ronald kam 1996 mit dem Auftrag, das Geschäft zu digitalisieren. Seine zwei Ideen:
Erstens: das Internet nutzen, um Wohnungsunternehmen in ganz Deutschland zu erreichen. Zweitens: Immobilienfinanzierungen über Internet und Telefon an Privatpersonen vermitteln.
Idee eins setzte er einfach um – schrittweise, ohne viel zu fragen. Der Erfolg gab ihm recht: schnell steigende Neukundenzahlen. Idee zwei wurde abgelehnt. Der Online-Vertrieb an Privatkunden? Undenkbar ohne Außendienst. Ronald blieb trotzdem dran. Nach zwei Jahren bekam er freie Hand für einen kleinen Versuch – und baute Webseite und Abwicklungssoftware kurzerhand selbst. Das erste „Portal“ war eine Webseite, auf der man seine Daten eintrug, ausdruckte und per Fax oder Post einschickte. Klingt heute putzig. War damals revolutionär. Und: schon im dritten Monat profitabel.
Der mutige Schritt: ein „Assistant Buyout“
1999 startete Dr. Klein als erster Online-Hypothekenmakler für Privatkunden in Deutschland. Ronald nahm mit jungen 26 Jahren einen Kredit über 32 Millionen D-Mark auf – und kaufte das Unternehmen.
2001 verschmolzen Dr. Klein und die in Berlin entwickelte Baufinanzierungsplattform Europace unter einem gemeinsamen Dach: „Hypoport“, der Hypotheken-Port (Hafen), an dem alle andocken können. Das Wort „Plattform“ gab es als Begriff für Geschäftsmodelle damals noch nicht einmal – Google war gerade zwei Jahre alt.
Heute ist Hypoport ein Netzwerk aus rund 25 Technologieunternehmen für die Kredit-, Immobilien- und Versicherungswirtschaft – mit über 2.200 Kolleg:innen. Und Ronald? Führt das Netzwerk bis heute als CEO.
„Zeigt, dass der Weg zum Return on Investment kurz ist“
Zum 30-jährigen Jubiläum haben wir Ronald gefragt, wie viel vom 22-Jährigen von damals noch in ihm steckt:
„Verdammt viel und irgendwie auch doch nicht. Ich denke, mein Wesen und meine Werte sind unverändert: Freude am Tüfteln, an Leistung und am Gewinnen, Authentizität im Handeln. Fairness als zentraler Wert.“
Und was rät er jungen Kolleg:innen, die heute mit einer verrückten Idee ins Management gehen?
„Jetzt gerade haben wir wieder so eine Zeit, wo eine Technologie, diesmal KI, bisher undenkbare Geschäftsideen möglich macht. Mein Rat: Zeigt glaubhaft, dass der Weg zum Return on Investment kurz ist, notfalls in kleinen, ersten Schritten.“
Was das mit dir zu tun hat
Die Geschichte von Ronald ist bis heute das Muster, nach dem Hypoport funktioniert: Jemand erkennt eine Chance, probiert sie im Kleinen aus, beweist, dass sie trägt – und bekommt dann den Raum, groß zu denken. Im Hypoport-Netzwerk arbeitest du in eigenständigen Unternehmen mit Dynamik – und gleichzeitig mit der Sicherheit eines großen Netzwerks im Rücken. Wenn du eine Idee hast, musst du hier niemanden jahrelang überzeugen. Du musst zeigen, dass sie funktioniert. Genau das meinen wir mit „You create“.
Und wer weiß – vielleicht sitzt die nächste 32-Millionen-Idee ja bald an deinem Schreibtisch 😉


